Fresh lilaced moorland fields

Tuesday, 11. September 2012

Le Havre (Die Stadt, nicht der Film) und was das mit dem ICC zu tun hat

Filed under: Denkmal,Fotos,Politik — slaudamus @ 22:19

Paris und Le Havre haben durchaus Ähnlichkeiten. Breite Boulevards, große Sicht- und Straßenachsen. Nur sind diese Boulevards eine direkte Folge des 2. Weltkrieges. Als deutsche Garnisonsstadt wurde Le Havre massiv durch allierte Flugzeuge bombardiert. Nach 1945 wurde die Innenstadt nach Plänen des Architekten Auguste Perret in einer nicht immer schönen aber interessanten Betonarchitektur wieder aufgebaut. Heute gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Gebäude müssen also nicht immer unbedingt hübsch sein, um architektonisch wertvoll zu sein. Daher verstehe ich die Abrißdiskussion um das Berliner ICC auch nicht ganz. Keine Frage, hübsch ist es nicht, doch steht es exemplarisch für einen Architekturstil der irgendwo zwischen Industrie- und futuristischer Architektur liegt. Es kommt doch auch niemand auf die Idee das Centre Pompipdou abzureißen, welches mindestens ebenso häßlich ist.

Einen sehr lesenswerten Artikel zum ICC findet man hier. Zudem hätte ich nicht gedacht, daß ich mal einer Meinung mit einem CDU-Abgeordneten bin.

PS: Der Film “Le Havre” von Aki Kaurismäki ist natürlich auch sehenswert.

Tuesday, 20. January 2009

Hotel Everland, Paris

Filed under: Fotos,Paris — slaudamus @ 22:30

Ich mache ja ungern Werbung, aber hierbei handelt es sich schließlich um Kunst. In einer Dokumentation habe ich mal einen Bericht über diese kleine grüne Box auf dem Dach des Palais du Tokyo gesehen. Bis zum April 2009 kann man dort noch versuchen eine Nacht zu buchen. Inklusive ist ein traumhaften Blick auf den Eiffelturm von dem aus ich das Foto gemacht habe. Wer also das Besondere sucht, kann hier sein Glück versuchen.Hotel Everland, Paris

Tuesday, 16. September 2008

Geisterfahrer

Filed under: London,Paris — slaudamus @ 19:47

Nach drei Tagen im Vereinigten Koenigreich, die ich zum Teil auf den Spuren der Protagonisten aus Ian McEwans Roman “Am Strand (On Chesil Beach)” in den Chilterns verbracht habe, bin ich nun in der Hauptstadt der Frankophilie angekommen. Meine erste Tat war das Erwerben einer Packung Gauloises. Danach habe ich einen langen Spziergang durch die Stadt unternommen. Immerhin kommt man sich hier nicht staendig wie ein Geisterfahrer vor. Fuer die essentiellen Sachen hat mein fast vergessenes Franzoesisch bisher gereicht. Jedenfalls haben mich die Leute besser verstanden als die Tresenbedienungen in so manchem Pub. Aber ich glaube das lag nicht so sehr an meinem sondern eher an deren Englisch. Fotos wird es wie immer erst bei meiner Rueckkehr nach Berlin geben.Chilterns

Tuesday, 15. July 2008

Treffer und versenkt

Filed under: Politik — slaudamus @ 20:50

Oberbaumbr�cke

Volkes Meinung war mal wieder gefragt. Und dieses dumme Stimmvieh hat sich doch erdreistet, mal wieder so abzustimmen wie die Politiker es sich nicht gewünscht haben. Mediaspree ist versenkt worden. Die Fraktionsvorsitzenden zweier friedrichshain-kreuzberger Splitterparteien Pflüger (CDU) und Lindner (FDP) schwadronieren etwas von Imageschaden für Berlin. Die Investoren sind natürlich auch nicht glücklich und zeigen als erstes, worum es ihnen eigentlich geht – ums Geld. Wenn man kein Geld durch überdimesionierte Neubauten verdienen kann, dann wird das Geld eben durch Klagen reingeholt – des Vertrauensschadens wegen. Das kann ja auch ein Geschäftsmodell sein. Daß hier offensichtlich an der Bevölkerung vorbei geplant wurde, geht den Herren wohl wiederum am Arsch vorbei.

Argumentiert wird auch mit den berühmten Arbeitsplätzen – von sage und schreibe 40000 ist da die Rede. Ich habe nie verstanden, weshalb Arbeitsplätze entstehen, nur weil man irgendwo etwas hinbaut (außer in der Bauindustrie natürlich). Ich glaube Arbeitsplätze entstehen dadurch, daß es Leute mit pfiffigen Ideen gibt und nicht dadurch daß man große Häuser an die Spree baut. Ansonsten ist es schön zu sehen, daß Kampagnen auch ohne Hilfe der Springer-Boulevardpresse erfolgreich sein können.

Blick von der Oberbaumbrücke

Blick von der Oberbaumbrücke

Tuesday, 8. July 2008

Es ist mal wieder Politik angesagt

Filed under: Politik — slaudamus @ 20:55

Am kommenden Sonntag den 13. Juli 2008 werden die Bürger von Friedrichshain-Kreuzberg mal wieder nach ihrer Meinung gefragt. Die Initiative “Mediaspree versenken” will per Bürgerentscheid erreichen, daß die bezirklichen Planungen am Ufer der Spree zwischen Schillingbrücke und Elsenbrücke abgeändert werden. Der Bezirk wehrt sich dagegen mit dem Hauptargument, daß teilweise bereits gültiges Baurecht besteht und die potentiellen Bauherren entschädigt werden müßten. Dafür sei jedoch kein Geld vorhanden.

Der Initiativkreis “Mediaspree versenken” will erreichen, daß die Neubauten einen Mindestabstand von 50 Metern zum Spreeufer einhalten müssen und die Traufhöhe auf die in Berlin üblichen 22 Meter begrenzt wird. Bisherige Planungen sehen einen Gebäudeabstand zum Ufer von minimal zehn Metern vor. Ein durchgehender Uferweg ist aber vorgesehen. An der Elsenbrücke gegenüber des Allianzhochhauses ist ein weiteres Hochhaus von ca. 90 Metern Höhe geplant. Die anderen geplanten Gebäude bleiben da allerdings deutlich drunter. Jedoch werden die 22 Meter Traufhöhe des öfteren überschritten.

Bar 25 bei Nacht

Auf der einen Seite finde ich die Initiative durchaus lobenswert, halte ich doch auch Teile der Planung für überambitioniert ähnlich wie die Kohlhoffschen Hochhäuser am Alexanderplatz. Andererseits glaube ich, daß man den Gentrifizierungsprozeß in Friedrichshain nicht wirklich wird aufhalten können. Dafür müßten sich die hippen Stadtplaner, Webdesigner, Computerexperten und ähnliches, die jetzt noch in der Bar 25 oder im Kiki Blofeld sitzen, eingestehen, daß sie selber Teil des Problems sind und wahrscheinlich schleunigst in das Einfamilienhäuschen nach Blankenfelde, Falkensee oder Petershagen ziehen. Dann werden auch die Bioläden, die Kneipenmeile Simon-Dach-Straße und Olivia wieder verschwinden. Dann wird irgendwann auch das Spreeufer für die Investoren wieder uninteressant werden und alles wieder so werden wie es einmal war. Natürlich müssen auch die gefliesten Bäder und die Zentralheizungen aus den sanierten Altbauten wieder verschwinden. Manchmal vermisse ich ja diesen Geruch von Braunkohleheizung im Winter.

Anzunehmen daß man das noch aufhalten kann, halte ich für naiv, aber vielleicht kann man es ja abmildern indem man die gröbsten Auswüchse versucht zu verhindern. Ich weiß jedenfalls noch nicht, wie ich abstimmen werde.

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